Dr Comité-Schnitzelbangg Schlussoobe

1. März 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Grosses Kino herrscht jeweils im Schauspielhaus und im Theater Basel, wenn d Comité-Bängg zu ihrem Schlussabend laden. Obwohl im heutigen medialen Zeitalter die „Schnitzelbängg“ zeitverzugslos in die Wohnstuben der ganzen Welt übertragen werden, zieht es noch immer hunderte von interessierten Zuhörern ins Theater um diesem Schauspiel beizuwohnen.

Das Schnitzelbangg-Jahr 14/15 darf als überaus gelungen betrachtet werden, waren die Themen doch vielfältig und geeignet in bissigen Versen vorgetragen zu werden. So hörte man regionale und nationale Angelegenheiten, welche die „Bänggler“ verarbeiteten und Themen, welche über die Landesgrenzen hinaus für Furore gesorgt haben, wurden in ihre Reime eingebettet. Jede Formation hatten jedoch mindestens einmal: „Dr Wessels Hampe, s Dram noo Weil, s Selfie vom Geri Müller, d Concitta Wurscht und dr Graane in Ziiry“ in ihrem Palmarès. Aber auch die anderen Basler Regierungs- und die Bundesräte, die Unterflurcontainer, die geplatzte Fusion mit Baselland, das Basler Verkehrskonzept, der FC Basel, der Roche-Turm, der geplante Margarethenstich, Sepp Blatter, Simon Ammann oder die OSZE, waren gut ausgeschlachtete Steilvorlagen für die Verseschmieder.

Eröffnet wurde der Abend von den Tambouren der Knaben- und Mädchenmusik Basel. Präzise trugen die Teenager ihren Programmpunkt vor und wurden mit einem warmen Applaus verabschiedet. Sogleich erschien Dieter Moor und begrüsste die Besucher wie gewohnt in gekonnt vorgetragenen Reimen und passenden Pointen. „was noonig kasch bim Hieber gsee, sin d Schnitzelbängg vom Comité“.

Alsdann folgten während der nächsten 3 ¼ Stunden die 26 Comité-Schnitzelbänggler mit ihren besten Versen. Speziell zu erwähnen sind hierbei die drei jubilierenden Formationen. Jeweils die 10. Fasnacht haben dr Heiri, Schlyffstai und Stächpalme feiern dürfen und wurden vom Vorstand entsprechend gewürdigt. Die drei Jubilaren konnten es jedoch nicht unterlassen in ihren Dankesreden oder besser Dankesversen individuell den Vorstandsmitgliedern des Comités einen Seitenhieb zu versetzten. Sympathisch aber offenbar auch treffend, was der jeweils tosende Applaus widerspiegelte.

Einen „Bangg“ an diesem Abend besonders hervorzuheben, wäre hier fehl am Platze, waren doch allesamt gut. Die einen kamen beim Publikum noch etwas besser an und die anderen durften auf Grund ihrer vergangenen Jahre auf Vorschusslorbeeren zählen, was sie alsdann auch in diesem Jahr bestätigen konnten.
Eindrücklich war jedoch das Statement der Schooffsuuri, welches sie nach ihrem eigentlichen Vortrag an die Besucher richteten: „Jeedes Joor!“ war ihre Parole und fragten, ob es überhaupt noch Sinn macht Schnitzelbängge zu singen, weil sie mit diesen das Elend in der Welt nicht ändern könnten. „Jeedes Joor! Erscht rächt au wiidr in Näggschte! War schlussendlich ihr Resumée.

D Bajass holten die Gäste nach der Pause wieder in den Saal zurück und die gleiche Clique beschloss schliesslich den Schnitzelbank Abend des Comités mit dem „Wettsteinmarsch“. Ein Abend, welcher einen hervorragenden Bänggler Jahrgang abschloss und die zahlreich anwesenden Gäste in die Fasnachtsfreie Zeit entliess.

Anggewegglimaitli
E Bratteler Lehrere, d Frau Grässli,
Lauft diziblinaarisch in s Gläbbergässli.
Si het, und me het das regischtriert,
S Fach Friehfranzeesisch falsch interpretiert.

Die Blauäugige
Dr Jean Claude Juncker vo der EU – loot sich’s nit lo nää
dr Sommeruga bim Empfang e Schmutz uf d Bagge z gää.
Dasch alles was dr mitgää ka – mee duet nit dinne ligge,
de kasch wenn d wottsch au s Evelyne und s Doris zu mr schigge.

Doggter FMH
Si hän si das mit em Hampe Wesses au mit bikoo?
Dä het sich bim erscht Beschte sy Huftglängg operiere lo.
E Zwaitmainig vo mir zaigt allefalls –
die grösseri Baustell wär ooben am Hals!

Wo ych dä Kopf untersuech stell y fescht
e Hohlruumbehandlig wär do s Bescht!

Dootebainli
D Roche die het dä gruusig Duurm bald feertig baut
Nut eme zwaite wiird denn d Stadt no mee versaut
Was uns dreeschtet, fallt dr Schatte als ins Zimmer:
Eso Twin Towers – die stehen nit fir immer!

Dräggspatze
In dWüeschti goht dr Gaugin – zrugg blibt fruschtriet dr Morin
Für Basel wärs, so dänk i numme, allwä besser anders umme
Wenn dMählsuppe ufstoost, slärmt und druggt rund um d’Uhr
sag ich zue mim Spatz: dasch jetzt Wältkultur!

Dreydaagsfliege
Das do isch e Maade und das nääbedraa dr Spägg
due Naade frusst sich fätt im Spägg dasch iire Lääbenszwägg
vo Morge frie bis z Oobe spoot es isch e Katastroofe
und z Nacht do gropplet si denn haim ins Baselbiet go schloofe

My Noochber isch e Muslim und är het mi noonig köpft
Derby bin-ych vor luter Hyschterie scho ganz erschöpft
Ych waiss doch us de Medie ganz genau was Allah wott
Ych glaub dä glaubt nid was mir glaube dass är glaube sott

Fäärimaa
Mir kaufe yy in Dügschland – es regiert dr Gyzz
Weil am Rhein zellt jetz zur Schwyz
mir dien die Lääde z Basel laid, das glaar
zum Byschpil ALDI, LIDL und SPAR

Uss em Helikopter, während der OSZE
hänn s d Beobachter schöön vo oobe gseh
doo wird am Hälliechte Daag, am halber Drey
in der Oetlingerstrooss e Parggblatz frey

Gasladärne
Der Seppli Blatter sait: Jetzt hanis doch no gschafft,
as my Fifa nit no usenander klafft.
Jetzt mach i wytter so wie bishär unbeirrt
Und soll mer kain me bhaupte s laufi nid wie gschmiirt.

Hansli Bargärd
Das isch e „Blind-Audition“, ihr looset numme zue
schliessed euri Auge, und bewaared d’Rueh
wenn Dir mi jetzt no „Vouted“, wär das e grosses Gschängg
Y wär e rundi wyter in „The Voice of Schnitzelbäängg“

Hanslimaa
Blau – sait der Stadtblaaner – isch d Begägniszoone
im gääle – sait dr Stadtblaaner – darfsch nimme woone,
grien – sait dr Stadtblaaner – isch firs Drämmli – dasch geil,
und yykaufe – sait dr Stadtblaaner – muesch jetz in Weil!

Heiri (syt 10 Joor)
Vo Medizin verstand y nüt, dasch gar nid my Materie.
Y weiss grad knapp: S git Venne und eebefalls Arterie
D Fraue äi glaub Ovarie. Bim Maa wäiss y s Fremdwort nid
Aber dank däm Müller wäiss au ich, dass es Geritalie git.

D Concita chönnt vo dr Landschaft syy, jo das isch s Verruckte.
Die het Prezyys dr glyychi Bart wie mis Groosi z Buckte.
Und überhaupt, das Fröiläin Wurscht het eus nid irritiert.
Mir wärde doo im Baaselbiet scho lang vo Würscht regiert.

Penetrante
Mit dämm Haafegraan hänn d Ziircher s Neveau ghoobe.
Jetzt isch es wiider ebbe glyych wie bi de Schwoobe
Jetzt isch er wägg, derbi hänn mir doch wiirgglig dänggt,
der Böög dää wird, anstatt verbrennt, deerte dra erhänggt.

Peperoni
Wo dr Ali in der Hochzytsnacht
sy Frau ussphaggt, isch die kei Bracht.
Was us der Burka uusekunnt, isch nit grad no sym Gschmagg.
Ali, do bisch sälber dschuld:…..me kauft kai Katz im Sagg!

S Radio sait mr all Viertelstund
dass no däm Stau der Näggschti kunnt.
Do mäldet sich mi Navi, und sait: „E scheene Gruess.
Und wenn de no wotsch aakoo hitt, denn gosch em beschte z Fuess.“

Pierrot
uf dr Abfaart macht me kai Stämmbooge
d Öschtryycher hänn e Schlappe zooge,
Küng und Feuz, faare inere andere Sphäre,
stell dr vor wenn die no gsund gsi wäre

Schlyffstai (syt 10 Joor)
Walking in Memphis vom Marc Cohn
Wo mir duur d’Baasler Innestadt Richtig Määrtblatz faare dien,
Mainsch, es sygg immer no OSZE, dass si d’Auti so bloggiere mien.
Mir spaziere dur Baasel, will z’Baasel deerfsch gar nyt anders mee.
Mir flaniere dur Baasel, dert kasch Dirm nur waggse see.
In Baasler Dram deerfsch die kisse – im Geegesatz zur BLT.
Die wänn vo de Gaargescht wisse: Bisch schwul? Oder SVP?
Mir spaziere duur Baasel, will faar isch verbotte, s’blybbt derbyy
En Ussnaam gitt’s sälte: nämmlig fir Beschtler mit Hpäggli und Alti mit Stäggli,
Dr Binger vo Kinder, dr Express vom Inder, paar Stadtoffizielli und sunscht nyt ganz Helli,
Staatligi Diener und Diener & Diener, em Dielaer sy Schlepper und anderi Depper
derzue zwanzig Drohne und dr Dürr oben oone, z’letscht no die Geselle, wo Take-Away bstelle!
Mir spaziere dur Baasel, Faare isch verbotte. S’blybbt derbyy
En Ussnaam gitt’s sälte – und sicher nit fir di!

Schnaabelwetzer
S wird in Basel iiber s Abfallwääse gschumpfe und au gfluecht.
Drum hänn mir so-n e Underfluur-Container undersuecht.
Gigantisch, was dä schlugge kaa, die Mulde dänggt jo mit.
Sii nimmt nit jeede Giisel – d Basler Zyttig schluggt sii nit.

Schoofsuuri
Fukuschima zaigt is: AKW hälffe nit
Die Lyt in däm Eertli, die straale no hit
Wenns bi uns denn e alte Reaktor versiecht
No sait dängg denn d Leuthard: der letschti lescht s Liecht.

Schunggebegräbnis
Jetz wänn doch die Grieche, die glungene Sieche,
probiere, wie ohni Europa si s mieche,
si verlöhn no de Waale,
die wo d Rächnige zaale.
Gnau eso macht s, s isch no glatt
Basel-Land mit Basel-Stadt.

Schwoobekäfer
Us Dubai konnt e Emir in s Drey Kennig – dyyr und edel
Am nägschte Morge het är am Kamel e Buessezeedel!
Jä wär am Strooserand s Kamel parkiert, bikunnt e Stroof;
Bi uns herrscht Ornig und es in d Kamel im Spiegelhoof.

Ob Slalom oder Abfahrt oder Schanze-Abspringe:
De Schwyzere und Schwyter wot au das Joor nit vyl glinge!
Dr Simon Ammann isch jetz schynts s uf s Schlittle übere gstiige:
Dort kann är denn vo Afang a grad uf em Ranze liige.

Singvogel
En alte Wäschmaschiinefilter us em Käller,
s Schwyzer Stroofgsetzbuech plus 30 Kartondäller,
e Paggig bruuchti Pämpers, oordentlig verschisse.
isch ächt em Baschi Dürr dr Bebbisagg verrisse?

Wär kaa die schönen alte Lieder no verstoh?
Im Kindsgi singt me: S Elfi-Glöggli lüttet schoo.
Hingeege z Baade wäiss me, was das duet bedütte:
S duet wider äine mit sym Selfie-Glöggli lütte.

Spitzbueb
D Bischiff in Rom sinn geege verschiideni:
Schwuuli, Gschiideni und schwuuli Gschiideni.
Das hänn si bschlosse, ganz unbefange.
Und sinn denn haim z iiren Buebe gange.

Syt die Zircher NZZ
dä Zircher Somm nid welle het,
froog ych mii dääglig wirgligg numme:
„Sinn d Zircher oder mir die Dumme?“

Stächpalme (syt 10 Joor)
D BVB het d Chance packt.
Sie fahrt jetz im Sekundetakt
uf Weil und will die arme Bebbi so vill miesse trääge,
verchehrt dr 8er ab sofort nur no mit Gieterwääge.

Stoossewischer
Der Gilles vo Haagedaal duet immer no de Viere,
das schöne Sperrguet z Basel zämme ramisiere.
Uff aimool rumbblets kurz, denn ghörsch en nur no lalle:
„Y bi in Unterfluercontainer aabegfalle!“

D Frau Sarasi drait mit em Daggel, är haisst Hainer,
ihre Bebbisagg zem Niederflurcontainer.
Sii mach dr Deggel uff, do isch sy scheen verschrogge,
will dört jo immer no dr Gilles duet dinnehogge.

Syydiaane
S git Stimme, wo bhaupte, dass us Ziiri e gueti Ydee kaa koo.
Drum gheere so Verrichtigsboxe als Leesig iibernoo.
Liebe André Auderset, do mien mir di beleere:
Dr beschti Schutz zur allem isch mit Ziiri nit z verkeere.

Guten Abend midenand und herzlich willkommen hier in Basel-Stadt!
Wir zwei sind ein Schnitzelbank, das findet man hier glatt.
Sollten Sie, was blöde wär, die Verse nicht verstehen,
dürfen Sie ganz ungeniert aufs 8er Drämli gehen.

Wägwyyser
Bim Frauetennis – ka me sich jo wundere,
die klemme s’Bälleli eso am Fudi undere,
au mir dien ab zu zue dert ahneschiele,
zem guete Glück tuet d’Widmer-Schlumpf nit Tennis spiele.

Wir sind Weltmeister – wieder einmal mehr.
Über neue Kunden freuen wir uns sehr.
Luschtig oder nit – nur billig muss es sein…
Diesen Värs kauften wir in Weil am Rhein.

Wanderratte
Friener hesch zu Eel und Zugger griffe,
und mit däm Gschlabber s’Gsicht abgschliffe.
Hit kasch dy fir e Bschifidle zarti Bagge,
auf mit ere Peelingcremé piesagge!
Und wotsch e Tiefepeeling aanebringe,
miesch wie dr Simi go Schanzespringe.

Uff däm Schmuddel-Selfie-Summerlochfiller,
gsesch numme dr Ranze vom Geri Müller.
Politisch het, wär hätt das dänggt,!
sich dä dangg däm Bild versänggt,
Jetz hoff y ass dr näggschti Wambbe,
e Selfie isch, vom Wessels Hampe.

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