Rendez-Vous mit der Chaislongue – Eine Schääse auf Abwegen

25. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten

Am Mittwoch Nachmittag habe ich mich der Schääse „Chaiselongue“ angeschlossen. Die vier Neo-Chaisen-Insassen gehören zu einer „Alten Garde“-Fraktion der Spoorepeter. Am Montag durfte (oder musste) die Gruppe 1 auf den Cortège, heute die zweite Gruppe, die nicht ganz unglücklich über die Zuweisung des Cortège-Tages war….

Gaby, die Chaisenchefin sitzt mit dem Tierarzt Christian und den beiden Susannes in der Chaise. Alle zum ersten Mal: „Wir wollten aus Altersgründen den Cortège nicht mehr machen und so haben wir unserer Clique, den Spoorepeter, vorgeschlagen, eine Chaise auszuprobieren“ erzählt Christian. Mit seinen Kontakten als Veterinär-Offizier gelang es ihm schnell, eine wunderschöne Basler Landauer-Kutsche und zwei Pferde inkl. Personal zu organisieren. Rasch hat man sich auf ein Sujet geeinigt. Das Fasnachts-Comite findet Chaisen sowieso gut und deshalb steht die Chaiselongue bereits in diesem Jahr am Start.

Los geht’s aus der Inneren Route auf dem Bankenplatz. Die Pferde – Rambo und Domino – werden von den beiden Begleitern Marc und Alexandra betreut. Domino kennt die Fasnacht, Rambo ist neu. Beide haben Watte in den Ohren und haben in den letzten Monaten Fasnachtsmusik zum Einschlafen bekommen. Sie sind bereit. Werner – er kommt mit den Tieren und der Kutsche aus Mägenwil/AG –schnalzt ein Kommando und los geht’s. BEIM SCHÖNSTEN ALLER FASNACHTSWETTER!

Vor uns fahren die Grenzgänger-Waggis und beliefern die Pferde mit Riebli… Die Kinder sind seelig: Zuerst die spendablen Waggis, dann die Chaise mit den wunderschönen Pferden. Die Kids schreien „WAAAAGIS“, auch wenn im Wagen vier Ai-Erköpfe sitzen und gerade gar nichts mit Waggissen am Hut haben.

Staubedingt erreichen wir den Märtplatz eine halbe Stunde zu spät und es wird eine „Pinkelpause“ für Pferd und Reiter angeordnet. Die Chaiselonge-InsassInnen sind total häppy über ihre Premiere und es fliessen Tränen der Glückseeligkeit. Rambo frisst e Riebli und scheidet als Dank das Mittagessen in Form von Äpfeln hinten aus. Alexandra rennt sofort los und bääselet den Dreck in eine Kartonschachtel, die sie sorgfältig zu den Verpackungen der Helvezzia-Strizzi entsorgt, die gerade neben an Pause machen und Würste essen…

Nachdem alle von der Toilette zurück sind geht’s auf in die zweite Runde. Und nun gerät die Chaise auf Abwege. Der Kutscher biegt nach der Mittleren Brücke rechts ab, mangels besseren Wegleitung oder was auch immer. Jedenfalls trabt das Gespann, immer mit Larve auf versteht sich, bis zum Brunnen beim Arbeitsamt, wo die Pferde zuerst einmal eine Runde getränkt werden. Danach geht der Ausflug weiter via Lindenberg runter zum Rhein bis hin zum Männerheim, wo eine Pause für die Fasnächtler und die Pferde angeordnet wird. Werner meint: „Ich will mit den Pferden an die Wärme“. Und tatsächlich: zum letztjährigen Copacabana-Feeling ist es nicht mehr weit!

Nach dieser Pause geht’s zurück via Lindenberg und Rebgasse auf die Route. Vor dem Restaurant Riehentor, wo die Menschen draussen die Sonne geniessen, grüsst man dankbar die wunderschöne Chaise mit vier Fasnächtlern, die ihre Larve mit Stolz tragen. Es ist ja schliesslich nicht ganz normal, dass – soweit ab der Route – ein Wagen vorbeikommt…

Zurück auf der Route geht’s via Comite 2 zum Le Plaza und der nächsten Pause. Bei einer guten Flasche an der Le Plaza Bar beschliesst die Gruppe, dass dieses Experiment gelungen sei und auf jeden Fall auch im 2016 stattfinden soll.

Das letzte Stück darf ich – die Ehre und das Vergnügen ist gross – auf dem „Bock“ mitfahren. Zwar ziehen die Pferde nun einige Kilos mehr die Wettsteinbrücke rauf. Aber es geht flott voran. Unterwegs begegne ich meinem Bankberater der UBS, er fährt den Traktor der Horburg Rueche auf der andern Route… Von oben sieht man alles besser….

Werner lenkt seine beiden Pferde mit feiner Hand im Ruckeltempo über die Brücke: „Für die Pferde ist dieses langsame Tempo sehr schwierig. Sie vollbringen eine grosse Leistung“. Ich frage mich mit meinem schlechten Gewissen ob meines Gewichtes, wie ich die Pferde belohnen darf. Da kommt mir Pia vom Comité zu Hilfe: Sie schenkt mir drei Riebli für die Pferde und so hat alles seine Richtigkeit.

Beim Kunstmuseum wird die Clique ausgeladen und die Pferde dürfen – endlich – im Trab ins Schänzli fahren, wo sie verladen werden und heute Abend in Mägenwil ihre Ruhe geniessen dürfen.

Die Chaiselongue-Besatzung wird noch bei Feri Röthlisbergers Stuubede einkehren und dann ein gemeinsames Essen im Violon einnehmen. Und dort werden sie beschliessen, WENN FASNACHT, DANN NUR NOCH AUF EINER CHAISE…

Merci für die Gastfreundschaft.

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