Underwägs am Määndigoobe

24. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Der Montagabend an der Basler Fasnacht brachte einige Überraschungen mit sich. Die eine war sicher das Wetter. Am frühen Abend hatte der Mann am Hahnen eine Einsicht mit den Basler Fasnächtlern und schloss den Regenstrom bis nachweislich um Mitternacht. Das ist ja schon mal was.

Mein Spaziergang durch das Fasnachtsgewühl führte mich zuerst zum Gerbergässli 29. Früher ein Geheimtipp, heute etwas bekannter! Ein schmales Lokal mit Schnitzelbängg Auftritten. Während meiner Anwesenheit kamen die „Abrennte“. Als Studentenbank vor 11 Jahren gestartet, singen heute (hoffentlich) promovierte Jungs mit einer tollen Melodie und einer klaren Zielscheibe: RR Wessels braucht viel Nerven, wenn er die Verse der Abrennte hören will… Aber sie waren gut. Die Verse und die Sänger. So gut, dass sogar die meisten der anwesenden Chicks ihr Händi in die Tasche gleiten liessen und den Abrennte zuhörten. Nach dem Vortrag verliess der Bank artig das Lokal, kam aber Augenblicke später demaskiert wieder ins Lokal zurück um sich zu stärken. Einer der Gründungsstudis setzte sich an den Tisch und flirtete mit einer Jugendbekanntschaft, erzählte ihr alles über das Bängglerwesen und die Abrennte im Besonderen. Eine lehrreiche Stunde, auch für die Zaungäste…

Auf dem Barfi vor der Artischogge-Waggis-Baiz sitzt Werni E. Bekannterweise ein Fasnächtler der guten Art und leider gesundheitlich attackiert. Er sitzt auf einem Stuhl und geniesst das Treiben auf dem Barfi, die leuchtenden Ladäärne und die vielen Menschen, die ihn kennen. Stiller Connaisseur der Basler Fasnacht.

Hinter dem Stadtcasino sitzen drei orange gekleidete Mini-Fasnächtler in der Rabatte. Sie heissen Quentin (13), Denis (12) und Timo (11). Zusammen mit Alex (etwas älter) bilden sie die BTB (Bumms-Tschägg-Binggis). Sie schlagen, wenn sie dann spielen, Snares, Set und die grosse Trommel. Im Moment spielen aber die Basler Leue, eine 10er Gugge, aber mit einer Musikalität, dass ich schon etwas ins Staunen gerate. Hinter dem Casino geht ein „Kampf der Orchester“ unter kleinen Guggen ab. Organisiert von Björn (Unikate). Dann treten die BTB auf. Drei kleine Menschen mit Vater Alex hauen hier einen Rhythmus raus, als gäbe würden nach der Fasnacht die Guggen verboten (was ja in dieser Stadt … ach, lassen wir das jetzt). Die Menschen bleiben stehen, tanzen und die „Grossen“ von den andern Guggen schauen ziemlich begeistert. Eine Klassevorstellung. Es würde mich nicht wundern, wenn es diese Jungs mal auf die Bühne schaffen würden.

In der Freien Strasse werden primär Ladäärne zum Münsterplatz begleitet. Vor der ehemaligen Volksbank stehen drei Köche, gekleidet wie der Bangg „Die Gsalzene“ und kochen ihre eigene Suppe. Eine Absperrung trennt sie vom Publikum und Schilder weisen darauf hin, dass hier „ganz alleine gegessen wird, nichts geteilt werde etc.“. Die Idee ist lustig, das Bild auch. Die Texte sind voller hässlicher Fehler. Schade.

Weiter geht’s gegen den Märtplatz. Unterwegs treffe ich eine weitere Mini-Gugge. Ich muss zugeben, wenn d Schnygge, d Grachis, d Negro, d Schotte oder so vorbeiziehen, dann geht mir der Schuh auf. Aber Kleinformationen gehen direkt in die Seele. Wäre es auf meinem Weg gewesen, ich wäre mit den „Gomponischte“ noch nach Timbuktu und zurück gegässelt. Vorausgesetzt sie hätten gespielt. Mit der Larve auf…

Zum Abschluss des Abends begegne ich den Basler Rolli. Über 100 Musikanten… Ein Traum. Genau richtig um den Abend zu beenden.

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