Haltig zaige! in dr Elisabethekirche

22. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Bereits das 16 Mal lud die offene Kirche Elisabethen zum Fasnachtsgottesdienst und wie in den vergangenen Jahren, war das Gotteshaus bis zum letzten Platz und darüber hinaus besetzt. Ein wunderbares Programm, welches fast 2 Stunden dauerte, machte wirklich Lust auf die „drey scheenschte Daag“ und man durfte schliesslich die Kirche gesegnet in Richtung Basler Fasnacht verlassen.

Marinette Oeggerli als Frau Fasnacht, Jürg Jösslin und Christoph Nidecker als Sujet suchende Fasnächtler unterhielten  sich lauthals über mögliche und unmögliche Umsetzungen von Fasnachtsthemen, weil man offenbar zwischenzeitlich auch hierzulande Angst hat heikle Punkte fasnachtsgerecht anzusprechen und umzusetzen. Frau Fasnacht appelliert jedoch an die Stadt Basel, deren Bewohner und spezifisch die Fasnächter, Haltung zu zeigen und auch sensible Themen laut auszusprechen.

„Haltig zaige!“ war auch der Mittelpunkt der Fasnachtspredigt von Monika Hungenbühler. Sie führte zum zweiten Mal durch den Gottesdienst und symbolisierte ihre Worte, aus welchen hervorging, dass man geben soll was man hat, mit einem Brot. Sehr einfühlsam und mit guten Beispieltexten rundete sie eine gute Predigt ab, in welcher sie für die freie Meinungsäusserung, Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einstand.

Der Fasnachtgottesdienst in der offenen Kirche Elisabethen ist aber nicht nur Predigt, Segen und Gebet. Vor allem viel Musik zeichnet diese Veranstaltung aus. Den Anfang machten die Top-Pfeifer Myriam Gysel, Maya Burtscher, Nicole Kämmerle, Michèle Zeggari (musikalische Leitung) und Roger Zehringer (zem letschte Mool, Danggscheen Roger!). Mit „die Alte“, „Tango“, „s Narreschiff“ und abschliessend „dr zäänt Värs“, wussten sie durchwegs mit wunderbaren Arrangements zu glänzen. Wirklich hervorragend.
Unterstützt wurden sie wiederum durch die drei Spitzen-Tambouren Patrick Stalder, Andreas Tschudi(n) und Michael Kämmerle. Wie aus einem Guss „ruessten“ sie „d Cellanese“ und „dr Ueli“. Hammer!

Die eigentlichen Stars des Gottesdienstes waren jedoch die Giigelisubbe, ein Kinderbangg aus dem Fasnachtsbändeli. Mit einem Selbstvertrauen, welches man zum Teil auch gestandenen „Bänggler“ wünschen würde, brachten sie die Gäste in der Kirche so richtig in Laune. „Härzig“, lustig, gut einstudiert und umgesetzt haben sie mit ihren „Gummeli“-Versen wirklich überzeugt. Gleich im Anschluss duften sie mit Jürg Jösslin und unter Gitarrenbegleitung von Christoph Nidecker das Lied „kumm mr geen an Morgestraich“ singen. Klasse!

Gesungen haben auch die Marble Bags. „Bisch ellai…“ in der Melodie von (Are you lonessome tonight?) von Elvis Presley und „Duu stellsch mi uff“ (You raise me up) mit Piccolobegleitung von Michèle Zeggari, zwei wunderschöne Lieder mit tollem Baseldeutschem Text. Gänsehaut pur!

Wieder mit dabei waren auch im 2015 die Comité-Schnitzelbänke Dootebainli (zum 10. Mal) und S Schunggebegräbnis. Beide wiederum Garanten für grosses Amusement.

Mit dem Fasnachtsegen und dem Aufruf zur Kollekte, welche wie im vergangen Jahr der Mae Cha Rao Farmhouse Schule in Burma und der offenen Kirche Elisabethen zu Gute kommt, schloss der Gottesdienst…. beinahe, denn als Überraschungsgast zogen nun StiggStoff in die Kirche ein. Mit einer knackigen Tagwacht und ihrem diesjährigen Mimösliprogrammpunkt „AMP“ sorgten sie nochmals für einen Höhe- und Schlusspunkt.

Eine in allen Belangen gelungene Fasnachtseinstimmung und der offerierte Apéro im Anschluss liessen sich die Gäste schmecken. „scheen isch es gsi… jezze kha d Fasnacht khoo…!“

Weitere Bilder gibt es in der Galerie.

 

Kommentare sind geschlossen