Fasnachtsgottesdienst: D Frau Fasnacht zaigt Haltig

18. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Am 22. Februar 2015 lädt die Offene Kirche Elisabethen zum 16. Fasnachtsgottesdienst ein. D Frau Fasnacht zeigt Haltung und das hoffentlich nicht nur im Fasnachtsgottesdienst. «Miir basse in kai Schublaade» kann tatsächlich heissen, dass die Fasnacht und nicht nur Frau Fasnacht Haltung zeigt. Zeedeldichter und Schnitzelbänggler halten Bleistifte in die Luft, Pfeiferinnen und Pfeiffer ihr Piccolo und Tambouren ihre Trommelschlegel und zeigen damit, wir pfeifen, trommeln, schränzen und singen für die freie Meinungsäusserung an der Fasnacht und durch das ganze Jahr. Mit Piccoloklängen, Schnitzelbänken, mit Wort und Gesang wird die Fasnachtsgemeinde auf die drei schönsten Tage eingestimmt. Wieder dabei sind die Comité-Schnitzelbänke «Dootebainli» (zum 10. Mal) und «S Schunggebegräbnis», Pfeiferinnen und Trommler und die Marble Bags. Zum ersten Mal wird der Kinder-Schnitzelbank «Giigelisubbe» aus dem Fasnachtsbändeli des Theaters Arlecchino seine Verse im Fasnachtsgottesdienst singen. Monika Hungerbühler führt zum zweiten Mal durch den Gottesdienst und wird in der Kurzpredigt darauf eingehen wie und wo wir im Alltag Haltung zeigen können und warum es so schwer ist Haltung zu zeigen. Und wie jedes Jahr wird auch der Überraschungsgast nicht fehlen.

Mit dem Fasnachtsgottesdienst wird ein Raum geschaffen, der alle Menschen – egal woher sie kommen, egal wohin sie gehen, ob sie an Gott glauben oder nicht, ob sie Fasnächtler sind oder nicht – am dem, was Fasnacht ist und sein kann, teilhaben lässt. Wenn wir an der Fasnacht Haltung zeigen, mit bissigen Sujets, mit eindrücklichen Laternen und mit Schnitzelbänken, bei denen einem manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt und dabei feststellen dürfen, dass wir nicht alleine Haltung zeigen wollen, dann ist der erste Schritt getan, um das Experiment «Haltung zeigen» das ganze Jahr zu wagen.

Der Fasnachts-Gottesdienst geht auf eine Initiative von Mark Kürsteiner zurück. Der leider viel zu früh verstorbene Piccolovirtuose (er gewann 1993 das «Offizielle Brysdrummle und –pfyffe») fragte im Jahre 1999 Jürg Jösslin ob sie nicht zusammen vor dem Morgestraich einen Gottesdienst machen könnten. Ihm sei aufgefallen, dass Anstand und Toleranz einen immer kleineren Platz an unserer Fasnacht hätten. «Da sollten wir versuchen Gegensteuer zu geben», fand Kürsteiner. Jösslin sagte spontan zu. Am ersten Gottesdienst war Kürsteiner für die Musik, Jösslin für Text und Organisation zuständig. Nach Marks frühem Tod übernahm Michèle Aberlin die musikalische Leitung. Dank ihrem grossen Engagement kann der Fasnachts-Gottesdienst jedes Jahr mit musikalischen Höhepunkten glänzen. Denn Fasnacht soll Freude bereiten und soll für alle sein. So treten auch immer wieder Kinder auf, die mit viel Freude das Gelernte einer grossen Fasnachtsgemeinde vortragen, so wie dieses Jahr der Kinderbangg «Giigelisubbe».

Die Kollekte geht auch diesmal zur Hälfte an die Offene Kirche Elisabethen und zur anderen Hälfte an das Projekt «Mae Cha Rao Farmhouse School» im Norden von Thailand. Pfarrer André Feuz, der seit letzten Oktober in Thailand lebt, betreut dieses Projekt persönlich und freut sich über jeden Batzen für die burmesischen Flüchtlings-Kinder, die in Thailand keine staatliche Schule besuchen dürfen.

Fasnachtsgottesdienst in der Offenen Kirche Elisabethen am Sonntag vor dem Morgenstreich, 22. Februar 2015, 10:30 Uhr. Nach dem Gottesdienst können beim Apéro Gedanken über das eben erlebte ausgetauscht werden.

Link zur Mae Cha Rao Farmhouse School: www.farmhouseschool.ch

 

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