Fasnacht 2011: Kein Topsujet wie letztes Jahr, dafür einige Neuerungen

25. Februar 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Im Bürgergemeinderatssaal vom Stadthaus orientierten heute elf Vertreter vom Fasnachts-Comité, den Schnitzelbänken, den Guggenmusiken und der Kantonspolizei über Aktivitäten und Neuerungen an der Fasnacht 2011. Vorgestellt wurde auch der Fasnachtsführer «Rädäbäng».

Zu Beginn der Medienorientierung kam Comité-Obmann Christoph Bürgin auf das morgen beginnende Drummeli zu sprechen. «Im neuen Domizil geht es hoch zu und her. Denn das Musical Theater ist nicht für eine Teilnehmerzahl von 1000 Mitwirkenden konzipiert. Das braucht bei den Proben viel Geduld», so Bürgin. Sehr gut läuft aber der Vorverkauf. Für die Vorstellungen von Montag bis Donnerstag gab es heute Vormittag noch 700 Tickets. Im Foyer und auf der Galerie, welche mit rund 100 Steckenlaternen fasnächtlich dekoriert ist, kann man vor, in der Pause und nach den Vorstellungen etwas trinken und eine Kleinigkeit essen. Dazu lanciert die Basler Mittwoch-Gesellschaft in einem Zelt gleich gegenüber vom Haupteingang des Theaters an der Erlenstrasse 1 in einem Zelt die «BMG-Hafebaiz» und ca. drei Minuten davon entfernt hat das AtrioVulcanelli geöffnet, so dass eine Art «Bermudadreieck» auf die Besucher wartet.

Für die Fasnacht gemeldet sind 482 Einheiten, praktisch gleich viele wie in den letzten Jahren. Im Gegensatz zum letzten Jahr (Gaddafi) wird diesmal kein Topsujet ausgespielt. Bei den lokalen Sujets sind es – vor allem bei Jungen Garden – der Umzug der Affen und – hier wiederum bei den Wägelern – das Rauchverbot. Sieben Stammvereine spielen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus, vier Alte Garden die Badeordnung im Frauenbad Eglisee. Die Sujets von allen am Cortège teilnehmenden Einheiten findet man im Fasnachtsführer «Rädäbäng». Dieser ist an Kiosken, sowie während der Fasnacht an den Comité-Inseln auf dem Marktplatz, dem Claraplatz und alternierend auf dem Barfüsserplatz (Montag/Mittwoch) und Münsterplatz (Dienstag) erhältlich.

Wichtig an der Basler Fasnacht ist laut Bürgin der Regiogedanke. «Zum Glück kam noch keine Partei auf die Idee, eine Initiative einzureichen, in welcher gefordert wird, dass nur in derjenigen Gemeinde Fasnacht gemacht werden darf, in der  man auch wohnt. Sonst wäre die Basler Fasnacht nicht mehr  gleich.», so Bürgin schmunzelnd. Denn nur rund 50 Prozent der Aktiven wohnen im Kanton. Noch gravierender ist es bei den Obleuten. Hier wohnen nur 44 Prozent in Basel, 46 Prozent in Baselland und 10 Prozent in anderen Kantonen oder sogar dem Ausland.

Was ist 2011 neu? Darüber orientierte Carlos Methner, Verantwortlicher für die Strassenfasnacht. Erstmals wird es am Morgestraich dank dem Einsatz der IWB auch am Unteren und Oberen Rheinweg dunkel. Die innere Route des Cortège geht neu wieder durch die Streitgasse und die Freie Strasse zum Marktplatz, die äussere Route führt wieder durch die Webergasse. Die Einfädler, welche an wichtigen Stellen für einen störungsfreien Ablauf sorgen werden neu gut sichtbar mit gelben Westen ausgestattet.

Wie in den vergangenen Jahren findet am Fasnachtsdienstag auf dem Münsterplatz die Laternenausstellung mit einem reichhaltigen Verpflegungsangebot statt. Im Kasernenareal sind am Montagabend und am Dienstag 27 Wagen und über 40 Requisiten zu besichtigen. Am Dienstag besteht eine Verpflegungsmöglichkeit in der Reithalle, jedoch nicht mehr am Montag- und Mittwochabend.

«Kaum ist die Fasnacht vorbei, beginnt das neue Fasnachtsjahr wieder», erklärte Pia Inderbitzin, Statthalterin und zuständig für das Ressort Nachwuchsförderung. Am Freitag und Samstag nach der Fasnacht findet auf dem Barfüsserplatz zum 22. Mal «Die 1. Lektion» statt. Hier können sich interessierte Eltern mit ihren Kindern über die verschiedenen «Jungen Garden» der Stammvereine informieren. Die Kinder können unter kundiger Anleitung von Instruktoren die ersten Versuche auf dem «Böggli» oder am Piccolo machen. Daneben können sie sowohl Laternenteile bemalen als auch einen Malbogen verschönern. Besonders beliebt ist der Tambourmajorkopf, in den man hineinschlüpfen kann.

In diesem Jahr hat die Arbeitsgruppe «Die erschti Lektion» zum zehnten Mal die Möglichkeit geboten, dass dritte und vierte Primarschulklassen aus Basel-Stadt in den Arbeitskellern der Cliquen oder im Schulhaus ihre eigene Larve cachieren können. Dank sehr grossem Engagement der Cliquenmitglieder konnten 14 Schulklassen von dem Angebot profitieren. Im Sommer 2010 hat die Arbeitsgruppe zwei Kurse organisiert. Auf Anregung der Obleute Junge Garden fand ein Laternenbaukurs unter der Leitung von Hansjürg Bossart statt. Anschliessend gab es einen Laternenmalkurs unter der Leitung von Pascal Kottmann und Christoph Knöll. Einige Teilnehmer malten bereits für eine Gruppierung ihre erste Laterne. 2011 gibt es wieder einen Instruktorenkurs. Die Instruktoren sind für die Kinder die wichtigsten Bezugspersonen. Sie müssen nicht nur gut pfeifen oder trommeln können, wichtig sind auch pädagogisches und didaktisches Geschick.
An der Fasnacht gehen immer wieder Kinder verloren. Daher können Eltern bei der Polizei einen Kinderbadge beziehen, auf dem der Vorname des Kindes und die Handynummer der Eltern eingetragen werden. Der Badge wird an einem Band um den Hals getragen. «Die Gefahr, dass sich Kinder damit strangulieren besteht nicht, denn das Band hat einen Schnappverschluss, welcher sich automatisch öffnet», erklärte Marco Liechti , Ressorchef bei der Kriminalprävention der Kantonspolizei.
Abschliessend orientierten noch Dres Nabholz (Schnitzelbank-Comité), Bettina Carpanetti (Basler Schnitzelbangg Gsellschaft), Urs von Felten (Bebbi Bängg), Mike Schranz (Verainigti Schnitzelbangg Gsellschaft) und Thommy Wöhrle (Bängg fir Basel), sowie Markus Vögtli (Gugge-IG) und Bea Weber (Freyi Guggemuusige Basel 1965) über die Aktivitäten ihrer Gruppen an der Fasnacht.

«Eine Medienorientierung mit elf Referenten in nur 37 Minuten, das ist bestimmt ein Rekord», mit diesen Worten beendete Bürgin die Sitzung.

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